Story Destiny

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Story Destiny

Post by Soulsisters on Fri Sep 11, 2015 10:52 pm

von Namnam:

Die Herrschaft der Mächtigen neigt sich mit der untergehenden Sonne, zerfällt zu Staub wie die hundertjährige ausgetrocknete Mumie, die man zaghaft und voller Angst berührt, bevor man erkennt, dass man selbst nie die Kraft besitzen wird, das mächtigste Geschick dieser Welt zu steuern. Das Schicksal.

****


Ein Schrei zerriss die Stille. Iša hob den zierlichen Kopf und sog die frische kühle Luft durch die schmalen Nasenlöcher ein. Ihre drahtigen eleganten Beine standen ruhig auf dem Waldboden, jedoch bereit - jederzeit die Flucht zu ergreifen, sollte sie etwas bedrohen. Ihr langer Schwanz peitschte lautlos durch die Luft und sie spreizte die beeindruckenden Flügel. Der Wald roch vertraut, nach Heimat und Geborgenheit. Sie zuckte zusammen, als er erneut erklang, diesmal näher und qualvoller.
Jede Muskelfaser gespannt schlich sie durch das Dickicht und nahm erneut Witterung auf. Iša war sich sicher, es wäre klüger umzudrehen und nach Hause zu fliegen. Sie würde dem Außentrupp davon erzählen und dieser würde die Jäger ausschicken, die Gefahr zu eliminieren.
Aber woher wollte sie wissen, dass es Gefahr war, die sie wie ein Brennen auf ihrer panzergeschuppten Haut verspürte?
Vor ihr tat sich eine Gabelung auf, der eine Weg führte zu einer Wiese, der andere weiter in den Wald hinein.
Iša kauerte sich ins Dickicht zwischen die Sträucher und ihre Augen starrten entsetzt auf das Szenario auf der Wiese.
Die Schreie waren von einem Babydrachen gekommen. Er war höchstens einen Meter groß und vielleicht einige Wochen alt. Gewesen. Jetzt hing er leblos an den Ketten am Baum. Die vermummten Menschen schlugen noch mit Äxten nach ihm und brüllten. Es war das Brüllen von Triumphierenden.
Iša konnte sich nicht bewegen und auch nicht, den Blick von dem Kleinen abwenden. Sie zitterte, ihre Sinne schlugen Kapriolen und sie wollte weglaufen. Das waren Monster. In ihrem Reich bekannt als Færisha, die Rebellen, die sich im Blut von Drachen badeten, die sie erlegten.
Die Königsfamilie des Drachenimperiums ließ diese Fanatiker bereits jagen, auf so etwas stand die Höchststrafe.
Iša's Ohnmacht wurde von ihrer brennenden Wut zurück gedrängt. Mit einem Brüllen, das Blut in Adern gefrieren ließ, preschte sie vor, stürzte sich in die überraschte Meute und riss den nächstbesten in Stücke. Zwei speihte sie mit einem Feuerinferno aus dem Leben, bevor die Færisha auf sie losgingen und sie in die Luft stieg, um sie mit der nächsten Feuersalve in Brand zu setzen.
Zwei ergriffen die Flucht. Einer brüllte die restlichen an zu kämpfen, er schien der Anführer zu sein. Iša setzte zum Sturzflug an und spreizte die Krallen. Er riss sein Langschwert hoch und wehrte sie gekonnt ab, bevor seine lange mit Nadeln aus Lavastein verstärkte Peitsche ihre Schulter traf und sie aufriss. Iša fauchte und binnen weniger Minuten brannte die Wiese lichterloh, dann - als sie nichts mehr fand, das sich noch regte - sackte sie zu Boden und japste nach Luft. Sie war von Leichen umgeben, es roch nach verbranntem Fleisch und die Hitze wärmte ihre brennende Wunde.
Drachen zu verletzen war nicht einfach, aber mir Obsidian sehr wohl möglich. Die Wunden die diese Waffen zufügten waren stets tief und in den meisten Fällen tödlich. Das wusste Iša. Sehr gut sogar.
Ihre grünen Augen betrachteten die Schulter und sie schnaubte Rauch aus dem Maul, bevor sie sich träge in Bewegung setzte und halb fliegend halb laufend auf den Hof ihrer Eltern zurückkehrte. Ihr Körper wurde kleiner und nahm wieder die menschliche Gestalt an und taumelte zur Tür. Alles drehte sich. "Mam...!" Flüsterte sie und stieß die Tür auf. Auf dem großen Gutshof war es kühl und schattig, sie betrat das Herrenhaus und keuchte vor Schmerz.
Sie hörte noch wie ihre Mutter aus der Küche kam und aufschrie, bevor sie zu Boden sackte und das Bewusstsein verlor.

******

Das schlammige Wasser des Tümpels ging ihm fast bis zu den Knien und Asveros fluchte unterdrückt und setzte die Schaufel neu an, um weiter zu arbeiten. Er musste den Damm vor sich brechen und das würde noch dauern. Asveros war 17 Jahre alt und mittelgroß. Er trug eine sehr verschmutzte Leinenhose und ein nasses Hemd. Die Hitze der Mittagssonne brannte herunter und auch der Schatten der umstehenden Bäume konnte nicht lindernd wirken. Sein pechschwarzes Haar klebte auf seiner Stirn und seine sonnengebräunte Haut schimmerte vor Schweiß. Seine blauen Augen blitzten vor Wut und er ließ sie am Damm aus.
Die Zeit verrann langsam wie schmelzendes Eis nach einem langen Winter, wenn es im Frühling auf die gestärkte Sonne traf.
Irgendwann hörte er ein fröhliches Summen und sah auf. Aiko, seine jüngere Schwester, kam mit einem der alten geflochtenen Körbe des Weges spaziert und winkte ihm schon von weitem.
Er unterbrach die Arbeit und wusch sich die dreckigen Hände. "Ist denn schon Mittag?" fragte er verblüfft. Sie grinste breit. "Fast. Aber ich brauchte einen Vorwand um kurz rauszukommen!" Sie reichte ihm den vollen Korb. Drinnen waren ein voller Wasserbeutel und etwas zu essen. "Danke." Asveros nahm ihr den Korb ab und deutete auf den Boden. "Bleibst du noch?" er selbst setzte sich unterdessen hin und trank gierig. Aiko folgte seinem Beispiel und strich sanft über den grasigen Boden. "Ach wie gerne würde ich hier mit dir arbeiten."
"Das würdest du doch gar nicht aushalten!" lachte Asveros leise. "Wie kommst du mit der Decke voran?"
"Du kennst mich!" rief sie seufzend. "Ich bin eine miserable Näherin."
Er nickte. "Stimmt."
"Asveros!" rief sie empört. "Das war gemein!"
"Hast du selbst ja auch gesagt!" lachte er und biss herzhaft von dem Laib Brot ab.
Sie schüttelte den Kopf. "Aber ich wollte keine Zustimmung!" Ihr Blick schweifte zum Himmel und den Baumkronen, die über ihnen standen.
Plötzlich durchstach etwas die Stille. Weite Schwingen tauchten aus dem Horizont hervor und Flügelschlag war zu hören. Aiko stand langsam auf, wie gebannt starrte sie nach oben, ein Jägertrupp. Insgesamt sieben Drachen.
Ihr Flug glich der Leichtigkeit mit der ein Reh über den Boden strich. Ihre Stärke war mit keinem Wesen zu vergleichen, das sie kannte. Und ihre Haut, die vielen gepanzerten harten Schuppen, die das Licht der Sonne brachen - Aiko fand sie wunderschön und majestätisch.
Asveros beobachtete seine Schwester und warf den Jägern weniger begeisterte Blicke zu. Er hasste diese Wesen. Oh ja, Hass beschrieb das Gefühl am besten, das er empfand, wenn er diese Wesen sah. Und das geschah oft, schließlich war das hier ihr Reich. Die Menschen wurden nur geduldet - solange sie sich an die Regeln hielten.
Fast alle der Drachen konnten selbst menschliche Gestalt annehmen, aber sie blieben unverkennbar. Ihre Augen glühten in den Farben des Feuers und sie selbst umgab eine Aura, die niemand übersehen konnte.
"Geh nach Hause, Aiko." ordnete Asveros leise an. "Ich denke sie suchen jemanden."
"Kann ich nicht hierbleiben?" fragte Aiko und trat neben ihn. "Wer weiß was dieser jemand gemacht hat und wo er steckt?"
"Aiko, du gehst jetzt heim!" Es war ein deutlicher Befehl und Aiko schrak zusammen, aber sie nickte. "Bitte bleib nicht mehr lange hier draußen!" rief sie noch, bevor sie losrannte und durch den Wald, den plötzlich eine mystische Stille umgab, heimkehrte.

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Re: Story Destiny

Post by Soulsisters on Fri Sep 11, 2015 11:46 pm

von Chilli

"Wir haben den flüchtigen Verbrecher, Sir." Die sieben Jäger hatten hinter ihm Aufstellung genommen, den Gesuchten in ihrer Mitte. Baltazar drehte sich zu ihnen um. Er war der Kommandant der Jäger und der Krieger, eine der höchsten Stellungen im Königreich. Er hatte selbst als Jäger begonnen und sich hoch gearbeitet. Seine dunkelgrauen Schuppen zeigten Schrammen und Wunden, wo Obsidian seinen Panzer durchdrungen hatte. Seine Augen waren von einem tiefen, dunklen Orange, was in starkem Kontrast zu seinen Schuppen stand. Er trug zwei armlange Hörner, die in elegantem Bogen nach oben verliefen. Er wusste, dass sein Aussehen Respekt einflößend war und das war gut so. Der Flüchtige zitterte und starrte den Boden vor seinen Füßen an. Ein Mensch, dreckig und blutend. Baltazar schnaubte leicht und Dampf trat aus seinen Nüstern. Sie standen am Turm, dem höchsten Gebäude der Stadt. Von hier aus konnte man bis weit hinter die Stadtmauern sehen, wo im Norden die dunklen Wälder und im Süden die Steppen begannen. Der Turm war breit und groß genug, dass die Mitglieder der Garde und die Jäger ohne Probleme rein und raus konnten. Er war aus grauem Stein erbaut und lange nicht so prächtig wie der Königspalast. Er war zweckmäßig. Und auch das war gut so. "Bringt ihn ins Verlies. Der Prozess findet morgen statt." knurrte er und wandte sich ab. Ein Jäger packte den Mann mit den Krallen und flog davon, der Rest verschwand in eine andere Richtung. Auf die Flucht vor dem Gesetz stand die Todesstrafe. Er hätte überleben können. Wie konnte er glauben, ihnen zu entkommen? Sein Tod war selbstverschuldet.
Hinter ihm näherten sich die Schritte von mehreren Drachen und eine hastige Stimme rief: "Ihre Hoheit Prinzessin Deynara von Endorlan!" Baltazar drehte sich überrascht um. Prinzessin Deynara stand in ihrer Menschengestalt vor ihm, umringt von mehreren Mitgliedern der Garde. Inmitten der Drachen wirkte sie winzig, dennoch schien sie alle um sie herum vollkommen zu beherrschen. Die Prinzessin zeigte sich selten in der Stadt, sie zog es vor auszufliegen oder in den Gärten zu wandeln. Die Geschichten, die von ihrer Schönheit berichtete, wurden ihr kaum gerecht. Ihr Gesicht wurde von nachtschwarzen Haaren eingerahmt, die ihr in leichten Locken und Wellen über die Schultern fielen. Unter den geschwungenen Augenbrauen glühten mandelförmige Augen in einem tiefen, dunklen Rot. Ihre Lippen waren zart geschwungen und voll und verzogen sich im Moment zu einem leichten Lächeln. Sie trug ein prächtiges Kleid in den Farben des Feuers. "Kommandant. Mein Vater möchte euch gerne sehen." Baltazar verneigte sich vor ihr. "Eure Majestät, Ihr hättet nicht selbst kommen müssen." "Ich wollte ein wenig hinaus." Sie zwinkerte. "Manchmal wird das Palastleben doch ein wenig eintönig. Vielleicht bleiben Sie zum Essen. Ich würde mich freuen." Baltazar lächelte. "Es wäre mir ein großes Vergnügen, Majestät." Deynara lächelte verschmitzt, drehte sich um und ging den selben Weg zurück, den sie gekommen war, nicht darauf achtend, ob die Garde ihr folgte, oder nicht. Diese beeilte sich allerdings, ihr nachzukommen.
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Re: Story Destiny

Post by Soulsisters on Sun Sep 13, 2015 2:22 pm

von Namnam

Aethan strich sich das kinnlange dunkelblonde Haar zurück und tauchte das glühende Langschwert ins Wasser. Es zischte und er griff zum Hammer, um den Stahl wieder zu bearbeiten. Sein Vater hatte eine Schmiede und produzierte die Waffen der Rakja, zusammen mit vielen anderen tüchtigen Männern. Aethan half ihm wo er konnte, die Anforderungen des Herrschergeschlechts waren hoch und wer sie nicht erfüllte bekam Schwierigkeiten.
Seine grau-blauen Augen musterten prüfend den Stahl und er testete die Klinge mit einem schwungvollen Stoß durch die Luft. Da lag noch eine Menge Arbeit vor ihm und die Mittagssonne trat bereits ihre Reise zum Horizont an.

Als er einige Stunden später im Bad stand und sich das Gesicht wusch trat sein kleiner Bruder ein. „Aethan, kannst du mir nacher helfen bei den Aufgaben?“
„Tut mir Leid kleiner Mann, ich habe noch einiges zu tun und habe Asveros versprochen, dass ich ihm abends beim Damm helfe.“

***

Iša sah sich um. Es war neblig. Sie hörte Stimmen die fern erklangen und doch verstand sie Bruchstücke. Sie vernahm die Gedanken eines Rakja, der sich mit seinen Kameraden beriet. Sie war nicht wach! Mit einem Ruck schoss sie im Bett hoch und starrte die Gesichter an, die sich ihr zuwandten. Ihre Mutter trat mit einem beruhigenden Lächeln an ihr Bett. „Ein Trupp der Garde ist hier meine Liebe, sie haben die verbrannten Leichen von Menschen gefunden, die das Zeichen der Færisha trugen. Und auch den Leichnam eines der unsrigen. Ein Baby.“
„Sie haben den Kleinen getötet…“ flüsterte Iša und sah zu ihrem Vater. „Ich bin zu spät gekommen, ihm zu helfen.“
Ihr Vater strich ihr beruhigend übers Gesicht. „Sie haben dich verletzt Iša, ruh dich aus.“
Iša sah die Männer an, sie erkannte den Anführer an dem Siegel an seiner Brust. „Ich konnte meine Wut nicht zügeln, an Geiselnahme habe ich nicht gedacht, es tut mir leid.“
Der Anführer nickte mit ernster Miene. „Die Handlanger wissen kaum etwas. Sie wären uns keine Hilfe bei einem Verhör, deshalb ist dein Handeln nicht zu kritisieren. Deine Eltern haben Recht, du musst dich ausruhen… Das Königreich braucht so mutige junge Rakja wie dich.“
Dann gingen sie und Iša fiel in einen ruhigen Schlaf.

***

Aiko verlangsamte ihre Schritte erst, als sie im Hof ihrer Familie ankam. Sie holte tief Luft und zwang sich, ruhig zu werden. Es gab nichts, wovor sie davon laufen müsste! Beruhige dich! Mahnte sie sich selbst und betrat den kleinen Stall. Ihre Mutter melkte eben die Ziegen und auf dem Feld hatte sie ihren Vater mit dem Pflug arbeiten sehen. „Asveros braucht noch länger mit dem Damm.“ Verkündete sie und beeilte sich, ihrer Mutter zu helfen.
„Dann warten wir mit dem Abendessen auf deinen Bruder.“ Erwiderte die Mutter mit einem Lächeln. Aiko zog den kleinen Holzstuhl zu sich und nahm einen Kübel. Jeke war eine ältere Ziege und kannte bereits alles, was täglich gemacht wurde. Sie stand still beim Melken und Aiko lobte sie anschließend.

***

Asveros war Aethan sehr dankbar, ohne seinen Freund würde er wohl noch bis in die späten Abendstunden arbeiten müssen. Jetzt sah es fast so aus, als könnten sie noch im Schein der Abendsonne nach Hause zurückkehren.
„Danke, dass du mir hilfst, Aethan.“ Er sah zu dem Freund, den er seit Kindestagen kannte.
Aethan lächelte. „Keine Ursache, du hilfst mir auch wenn ich dich brauche und - “ er hielt inne und sah sich um. Stimmen. Er hatte sie deutlich gehört! Irgendetwas über einen Angriff der Færisha auf einen Baby-Rakja.
Asveros hob eine Augenbraue und sah Aethan an. „Was ist denn jetzt los?“
Aethan sah zu den Baumkronen, über die eben zwei Rakja flogen. Er fröstelte. Rakja reden nicht laut. Sie kommunizieren meist in Gedanken! Er sah Asveros an. „Ach nichts, ich bin schon total verwirrt!“
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Re: Story Destiny

Post by Soulsisters on Sun Sep 13, 2015 3:52 pm

von Chilli

"Acht Færisha?" Baltazar nickte leicht. "Ich werde ihr einen Besuch abstatten, das ist schließlich eine gute Leistung. Sie kann stolz auf sich sein." Der Anführer des Trupps, der bei Iša´s Familie gewesen war, hatte ihm Bericht erstattet. Baltazar machte sich ohne viel Aufhebens auf den Weg, nur begleitet von drei Jägern. Der Weg war nicht weit und als sie vor dem Hof landeten, nahmen sie ihre Menschengestalt an. Baltazar war relativ groß, aber stämmig und muskulös. Seine kurzen Haare hatten dieselbe Farbe wie seine Schuppen und mehrere Narben bedeckten seinen Körper. Der Kommandant trug eine Art Uniform, die ihm aber genug Bewegungsfreiheit ließ und ein Abzeichen, das ihn als Kommandant auswies. Er klopfte.

Lizzi stellte hastig die Teller in eine der Spülen und beeilte sich, die sauber zu bekommen. Sie arbeitete in der Palastküche, eine Ehre. Die höheren Bediensteten waren alle Drachen, kein Mensch durfte zu nahe an die königliche Familie. Lizzi, eigentlich Elizabeth, verstand das vollkommen. Schließlich musste sich die königliche Familie vor ihren Feinden schützen. Das junge Mädchen war gerade einmal 17, hatte goldblonde, schulterlange Haare und blaue Augen und arbeitete schon in der Küche seit sie acht war. Sie stapelte die sauberen Teller übereinander und wollte sie auf der Anrichte abstellen, als ein Rakja vor ihr vorbei ging. Das war nichts seltenes in der Küche, das Essen für die königliche Familie wurde streng von ihnen überwacht. Sie prallte zurück, um ihn passieren zu lassen und verlor dabei fast einen Teller. Tief durchatmen. Aber sie musste mit allen Mitteln vermeiden, in einen Rakja hinein zu rennen, das war gar nicht gut für die Karriere. Eigentlich war sie dann schon beendet, wenn man etwas im Palast werden wollte. "Die Prinzessin wünscht eine Kanne Tee auf ihre Zimmer." hörte sie ihn hinter sich sagen. Die Prinzessin! Sie hatte sie schon ein paar Mal gesehen, natürlich nur aus der Ferne. Wie wunderschön sie war! Es kam manchmal vor, dass auch Menschen in höhere Positionen aufrückten und das war ihr großer Traum. Vielleicht konnte sie ja dann einmal Prinzessin Deynara ihren Tee bringen? Noch inmitten ihrer Träumereien, machte sie sich daran, die nächste Ladung Geschirr abzuwaschen.

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Re: Story Destiny

Post by Soulsisters on Sun Sep 13, 2015 4:41 pm

Eine kleinere Frau mittleren Alters öffnete. Sie trug vornehme Kleidung und hatte die Haare hochgesteckt. Als sie das Abzeichen von Baltazar sah, riss sie erstaunt die Augen auf. "Kommandant... Was für eine Ehre... Kommen Sie doch herein!" sich beeilend machte den Jägern und Baltazar Platz.
"Sie wollen sicher zu meiner Tochter - Iša schläft. Sie hat eine tiefe Wunde an der Schulter. Obsidian. Aber sie schafft es, sie ist stark."
Im Herrenhaus war es angenehm kühl, die Einrichtung war nobel und schlicht. Aus dem Wohnzimmer in den Eingangsbereich tretend erschien ein großer athletischer Mann. "Kommandant, was für eine Ehre, Sie in meinem Haus begrüßen zu dürfen!" seine Lippen bewegten sich keinen Millimeter und er nickte dem Trupp respektvoll zu.

Iša hörte die Stimmen ihrer Eltern in ihrem Kopf und öffnete die Augen. Kommandant?! Sie beeilte sich aufzustehen und sog scharf die Luft ein, als ein stechender Schmerz ihre Schulter durchzuckte. Eilig zog sie sich ein schlichtes Kleid an und ordnete ihre bronzefarbenen langen Haare. Einen prüfenden Blick in den Spiegel, beschloss sie, dass es heute nicht besser werden würde - mit dem Aussehen. Iša schlich durch die Gänge und blieb am Treppenabsatz oben stehen. Sie konnte die Jäger bereits sehen. Nicht auf die schrecklichen Schmerzen achtend, begann sie nach unten zu gehen.

***

Die Sonne kletterte an den Rand des Horizonts und warf einen Blick hinab. Ein leichter Wind kam auf und spielte mit dem Laub über ihnen. Aethan wusch sich eben die dreckigen Hände und half Asveros dann mit den Schaufeln. "Jetzt kommen wir sogar noch rechtzeitig fürs Abendessen heim", stellte er zufrieden fest.
Asveros nickte. "Ja, du hast Recht."
Sie traten gemeinsam den Heimweg an und trennten sich mit kurzen Worten an der Gabelung. Asveros hatte noch knapp eine viertel Stunde nach Hause und Aethan würde in wenigen Minuten das Dorf erreichen, in dem er wohnte.

***

Aiko sah ihren Bruder schon von weitem über das Feld kommen. Lange Schatten eilten ihm voraus und er schien erschöpft. Schnell richtete sie das Abendessen an und wartete im Türeingang. "Asveros, das Essen wartet bereits!" verkündete sie zufrieden. Er fuhr ihr mit einem Seufzen durchs Haar und brachte es durcheinander. "Danke Schwesterchen."
Sie folgte ihm. "Wie geht es Aethan?"
Asveros setzte sich hin und erzählte ihr ein bisschen was von der Arbeit, während er aß.

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Re: Story Destiny

Post by Soulsisters on Tue Sep 15, 2015 1:31 am

Baltazar wechselte ebenfalls zur Telepathie. "Ich habe von der Tapferkeit Ihrer Tochter gehört. Welcher Arzt behandelt sie? Ich würde gerne einen Palastarzt zu euch schicken, der sich um sie kümmert." Er hob den Blick und lächelte. "Sie müssen Iša sein. Es freut mich, Sie kennen zu lernen." Er nickte ihr zu. "Wie geht es Ihnen?"

***

Deynara atmete tief ein und fühlte, wie sich ihre Gestalt veränderte, wie sich Schuppen über ihre Haut zogen, so hart, das kaum etwas durch sie hindurch drang. Ihre Muskeln dehnten sich und wurden geschmeidiger, sie fühlte sich stark. Sie atmete aus und Feuer knisterte vor ihren Nüstern. Ohne auf ihre Leibwache zu warten, schwang sie sich mit einem kräftigen Schlag ihrer Flügel in die Luft. Die anderen Drachen folgten ihr. Sie schnaubte. Was sollte ihr schon passieren? Fliegen konnten die Færisha noch nicht. Das war ihnen vorbehalten, den Königen dieser Welt. Der Tage neigte sich bereits langsam seinem Ende zu und die letzten Strahlen der Sonne spiegelten sich in ihren polierten, ebenholzschwarzen Schuppen. Sie lächelte. Deynara liebte es, ihre Drachengestalt anzunehmen. Dann war sie völlig frei und stärker als alle anderen Wesen. Sie hörte ein Paar Schwingen schnell näher kommen und flog eine Schleife, um zu sehen, wer ihnen hinter her kam. Prinz Raigon breitete knapp vor ihr seine Schwingen aus und bremste ab, bevor er über sie hinweg glitt. Sie torkelte kurz in seinem Windstoß und warf ihm dafür einen erbosten Blick zu. Dann flog sie weiter und ignorierte ihn. Raigon hielt sich neben ihr. Er war kaum älter als sie, aber größer und von einem wunderschönen Smaragdgrün mit goldgelben Augen wie die Sonne. Er sah durchaus beeindruckend aus. Zumindest fanden das alle anderen. "Was willst du?" schnauzte sie. Er grinste und zeigte dabei seine spitzen Zähne. "Beleidigt? Ich wollte nur mit dir fliegen." Ihre schlechte Laune verflog so schnell, wie sie gekommen war. Zusammen zu fliegen war eine Art Ritual unter ihnen, so konnten sie in Ruhe miteinander reden, da ihre Leibwache respektvollen Abstand wahrte. Sie lächelte und flog schneller, woraufhin er ihr folgte. Der eisige Wind traf sie wie Eiszapfen, doch sie spürten es nicht. Nur noch das Fliegen zählte und der Wind, der ihnen die Richtung wies.

***

Lizzi seufzte und wandte sich vom Fenster ab. Gerade war die Prinzessin los geflogen und einer ihrer Brüder, Raigon, war ihr gefolgt. Sie verehrte Raigon! Er war wie der Rest der Familie, einfach toll! Sie glaubte, dass er sie einmal angelächelt hatte. Natürlich Blödsinn, wenn sie dass jemandem erzählen würde, würde er sie auslachen. Die Rakja lächeln keine einfachen Menschen an, schon gar nicht die Königsfamilie. Aber... eine schöne Vorstellung war es trotzdem.
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Re: Story Destiny

Post by Soulsisters on Wed Sep 16, 2015 10:21 pm

von Namnam

Iša sah kurz zu ihrer Schulter. "Es ist fast verheilt." Erwiderte sie ruhig in Gedanken. Sie würde doch keine Schwäche zeigen, vor einem Krieger wie Baltazar!
Ihre Mutter warf ihr einen zweifelnden Blick zu, hielt sich aber ruhig zurück. Iša's Vater lächelte und sah zum Kommandanten. "Der Arzt aus dem Dorf behandelt sie."
Iša sah von ihrem Vater zu Baltazar. "Sie kann dich hören, Vater."
Ihre Mutter sah sie amüsiert an, dann ging sie. "Sie kommt wirklich nach dir, Darling."
Der Vater schnaubte und sah zu Iša. "Der Kommandant bot an, dir einen Arzt aus dem Palast zu schicken."
Iša sah zu Baltazar und neigte den Kopf. "Es ehrt mich, von Ihrem Angebot zu hören, aber ich denke es gibt sicher Krieger und Jäger die schlimmer verletzt sind als ich es bin. Deshalb muss ich Ihr Angebot dankend ablehnen."

***

Aethan fand seinen Vater am Stuhl vor dem kleinen Kamin. Er schlief tief und fest. Die Flammen tanzten anmutig und ihr Licht gab eine wohlige Atmosphäre an die Bewohner des kleinen Hauses ab. Sein Bruder war über den Aufgaben eingeschlafen und Aethan trug ihn vorsichtig in sein Zimmer. Legte ihn aufs Bett und deckte ihn zu. Dann setzte er sich an den Tisch um die restlichen Aufgaben zu lösen, bevor er selbst nach einer kalten Dusche zu Bett ging.
Seine Gedanken ließen ihm lange keine Ruhe, bis er irgendwann doch in einen unruhigen Schlaf fiel.
Bisher hatte er sie schon zweimal gehört und jedes Mal war es, als setze sein Herz, für ein paar Sekunden aus. Allein der Umstand, dass er sie hören konnte, war mehr als beunruhigend. Vor allem aber, warum? Warum konnte er die Gedanken der Rakja hören? Das konnte niemand. Jedenfalls dachte er das immer!

****

Aiko und Asveros saßen nach dem Essen noch mit ihren Eltern zusammen, bevor auch sie in ihre Zimmer gingen. Es war spät - diese Zeit des Tages war gefährlich, denn die Rakja jagten in der Finsternis gerne. Da konnte jedes Knacken oder Rascheln Beute sein. Und im Sturzflug eines Drachen, entscheiden Sekunden über Leben und Tod. Es gab nur wenige Verrückte, die es wagten in der Nacht unterwegs zu sein.

****

Der Thronsaal des Palastes erstreckte sich über viele hundert Quadratmeter und die prächtigen zierlichen Gewölbe lagen weit oben bevor die Decke abschloss. Diese bestand aus einzelnen Drachenschuppen.
Jede Schuppe hatte einst einem Mitglied der Königsfamilie gehört.
Galdeár betrachtete sie nachdenklich und seine dunkelrot-gelben Augen ruhten an der Decke weit über ihm. Als Thronerbe der Rakja kannte er den Stammbaum seiner Familie und blickte mit Stolz auf das, was sie erschaffen hatten. Ein Imperium! Und eines Tages würde er dieses Imperium von seinem Vater übernehmen. Oder besser gesagt, von seiner Mutter. Ein leises Lächeln, stahl sich auf sein ebenmäßiges Gesicht. Seine Haut war blass, doch an Armen und Beinen wich das Weiß einem Grauton, der in totale Schwärze floss.
Sein pechschwarzes Haar trug er kinnlang, es fiel in leichten Locken und umrahmte sein Gesicht. Die Muskeln spielten unter seiner Haut, als er einige Schritte über den prächtigen Marmorboden ging.
An den zahlreichen Ein-und Ausgängen aus dem Saal standen Krieger. Sie rührten sich nicht, glichen mehr Statuen aber Galdeár wusste, dass ihre Aufmerksamkeit auf ihm lag. Mit höflicher Zurückhaltung, aber doch wachsam.
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Re: Story Destiny

Post by Soulsisters on Wed Sep 16, 2015 10:42 pm

von Chilli

Baltazar lächelte. Das Mädchen gefiel ihm. "Es gibt genug Ärzte im Palast. Ich bestehe darauf, vor allem, weil Sie es so zu schätzen wissen." Er legte eine kurze Pause ein. "Wir werden die Jagd nach den Færisha verstärken. Die Sicherheit des Reiches und unserer Kinder muss gewährleistet sein. Sollten Sie sich noch an irgendetwas erinnern, das von Nutzen sein könnte, zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren."

***

Deynara und Raigon flogen in die Dämmerung hinein. Um diese Uhrzeit waren kaum noch Menschen unterwegs, schon gar nicht am Land. Nur innerhalb der Stadtmauern waren sie zu sehen, bevor sie sich in ihre Häuser verkrochen. Es war nicht ungefährlich, nachts durch die Stadt zu schleichen. Von einer Wache aufgehalten konnte man ungute Fragen beantworten müssen.
Deynara vertrieb den Gedanken. Sollten sie doch in ihren Häusern bleiben, dann hatte keiner ein Problem. Raigon schien etwas gewittert zu haben, denn er flog schneller und stürzte schließlich in lautlosem Fall vom Himmel. Sie folgte ihm gemächlicher. Er hatte einen Hirsch gerissen, die geschuppte Schnauze blutrot. Sie landete und faltete ihre Schwingen zusammen. "Bekommen wir zuhause nicht genug zu Essen?" "Komm schon Deynara, erzähl mir nicht, dass du es nicht auch fühlst." Sie schwieg. Natürlich fühlte sie es auch. Es war ein elektrisierendes, prickelndes Gefühl, nachts lautlos durch die Lüfte zu gleiten, die Nüstern geweitet und auf jedes Geräusch hörend und wenn man Beute wahr nahm hinab zu stoßen und die Zähne in das wehrlose Opfer zu schlagen... Ein berauschendes Gefühl der Macht. Aber sie war eine Prinzessin und sie minimierte diese Jagden, schließlich besudelten sich Prinzessinnen nicht mit Blut. Raigon grinste, da er ihren Gedankengang mitverfolgt hatte. "Du kannst ja schon voraus fliegen, Schwesterchen. Ich esse gerade." Sie schnaubte. "Wir sehen uns im Palast." Sie hob mit einem Satz ab und die Hälfte der Garde folgte ihr.
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Re: Story Destiny

Post by Soulsisters on Tue Sep 22, 2015 3:02 pm

von Namnam

Ein eigener Palastarzt...? Iša sah zu ihrem Vater, der ihr aufmunternd zunickte. Ihr Blick glitt zu Baltazar. "Wenn es wirklich genug Ärzte im Palast gibt die keine Arbeit haben, nehme ich Ihr Angebot gerne an, Kommandant." Bei seiner letzten Frage legte sie den Kopf leicht schief. "Ich werde dorthin zurückkehren und alles noch einmal durchgehen, aber ich befürchte, nicht mehr als ich berichtet habe, zu finden."
"Zuerst ruhst du dich aber aus!" Mischte sich Iša's Vater energisch ein. "Die Jäger kümmern sich um die Færisha. Das ist nicht die Aufgabe eines Kindes."
Sie schnaubte leise und verdrehte die Augen. "Vielen Dank, dass Sie gekommen sind, Kommandant." Sie lächelte scheu in Baltazar's Richtung.

****

„Euer Majestät, Euer Sohn Galdeár würde sich über Eure Anwesenheit im Thronsaal freuen.“ Die liebliche Stimme ihrer jüngsten Dienerin ließ Jareesi den zierlichen und hübschen Drachenkopf aus dem Feuerbad heben. Ihre hellblauen Augen mit dem Gold um die Pupille sahen die junge Rakja wohlwollend an, bevor sie nickte und sich elegant erhob. Ihre Schuppen waren perlweiß und ihre Figur anmutig und zierlich. Sie strahlte trotz ihrer geringen Körpergröße eine mächtige Kraft aus und in ihrem Blick lag die Ruhe vor dem Sturm. Jareesi war eine gerechte und intelligente Königin. Sie wusste um ihren Einfluss auf ihren Mann, den König der Rakja. Auch den Vorteil aus dieser Tatsache zu schlagen, war ihr nichts Unbekanntes. Im Volk hieß es; du musst der Königin gefallen – dann kann dir gar nichts passieren!
Sie genoss die Hitze der brennenden Steine auf denen sie täglich eine Zeit lang ruhte.
Als sie in den Thronsaal trat neigten die Wachen vor ihr den Kopf. Immer noch in der Gestalt des Drachenwesens trat sie neben ihren Sohn. Er neigte leicht seinen Kopf und lächelte. „Mutter, es scheint als ginge die Sonne öfters am Tag auf, seit du hier bist.“ Schmeichelte er ihr in Gedanken.
Sie wandte ihm den Kopf zu und ihre Augen blitzten amüsiert. „Du Charmeur. Wo sind deine Geschwister?“
„Ich denke draußen, sie wollten jagen. Du kennst doch Raigon, er ist ein junger übermütiger Draufgänger.“ Galdeár betrachtete erneut die Schuppen über ihnen. „Wo ist Vater?“
„Das wüsste ich auch gerne…“ knurrte die Königin mit einem Unterton in ihren Gedanken, der darauf schließen ließ, dass ihr Gatte in leichte Ungnade gefallen war. Galdeár lachte leise und verwandelte sich in einen Drachen. „Lass uns eine Nachtrunde fliegen Mutter, das kühlt dein Temperament.“
Sie warf ihm einen mahnenden Blick zu, bevor sie vorausging.
Ein großer Trupp der Garde folgte ihnen in einigem Abstand in die Schwärze der Nacht hinaus.


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Re: Story Destiny

Post by Soulsisters on Tue Sep 22, 2015 4:29 pm

von Chilli

Baltazar lächelte. "Es hat mich gefreut, sie kennen zu lernen." Er nickte der Familie zu und gab seinen Leuten das Zeichen zum Aufbruch. Nachdem sich auch die Familie der jungen Rakja von den Jägern verabschiedet hatten, erhoben sich die Drachen in den Himmel und flogen zurück zum Palast.
Kaum gelandet gab Baltazar schon den Befehl, am nächsten Tag einen der Ärzte zu dem Gutshof zu schicken.
Nachdem er seine Jäger weg geschickt hatte, machte er sich auf den Weg zum König. Er nahm seine Menschengestalt an und durchquerte die Hallen und Gänge Richtung Thronsaal. Die Wachen vor jeder Tür nahmen sofort Haltung an und machten den Weg frei. Baltazar blieb vor dem großen Thor des Thronsaales stehen. "Ist der König hier?" Eine der Wachen verneigte sich. "Nein, Sir. Die Königin kam herein und verließ den Raum mit dem Kronprinzen, aber der König war nicht hier." "Wissen Sie, wo er ist?" "Nein, Sir, es tut mir Leid." Baltazar nickte nur und hielt einen der Diener auf, ein junger Rakja. "Weißt du, wo sich der König aufhält?" Der Bursche verneigte sich tief. "Ich glaube, er ist in seinen Gemächern, Sir. Darf ich Euch sonst noch behilflich sein." Baltazar schüttelte den Kopf und beschleunigte seine Schritte.

***

König Hephaisto von Endorlan, Herrscher über die Rakja und die Menschen und alles, was in seinem Reich lebt und atmet, gefürchtet von seinen Feinden und geliebt von seinen Freunden, der mächtigste Krieger von allen, lag momentan auf seinem "Drachenbett" aus heißen Steinen und musterte finster den nächtlichen Himmel. Dieser Raum seiner Gemächer war zu einer Seite hin offen und erlaubte es dem König, die Stadt und das Land dahinter zu überblicken oder einfach seine Schwingen auszubreiten und loszufliegen. Der Raum wurde großteils von den großen Steinen eingenommen, die von einem Feuer im darunterliegenden Raum aufgeheizt wurden. Die Diener, alle Rakja, warteten lautlos auf Befehle ihres Königs und versuchten inzwischen, nicht in sein Blickfeld zu geraten. Der König war ungehalten und da ließ man ihn besser in Ruhe. Hephaisto´s Schuppen waren von einem tiefen, dunklen Blutrot, die am Ende seines Schwanzes und zu seinen Beinen und Armen hin tiefschwarz wurden, ähnlich wie bei seinem ältesten Sohn. Seine Augen glühten wie Feuer und er trug lange, schwarze Hörner, die nach hinten gebogen waren, um sich dann aufzurichten. Der König war schlechter Laune, weil seine Frau auf ihn sauer war. Es gab kaum etwas schlimmeres. Aber bevor er es wieder in Ordnung bringen konnte, musste er erst heraus finden, was seine Königin verärgert hatte. Als es leicht an der Tür klopfte, schnaubte er ungehalten. Ein Diener steckte den Kopf herein und verbeugte sich tief. "Eure Majestät, der Kommandant ist hier. Er sagt, es sei dringend." "Schick ihn herein." Der Diener war eiligst wieder verschwunden und Baltazar betrat den Raum. Hephaisto´s Gestalt schrumpfte und er trat in Menschengestalt vor seinen Kommandant. Er mochte Baltazar, schließlich hatte ihn dieser noch nie enttäuscht und gab gute Ratschläge. Diener boten ihm Schalen mit Früchten und Wein an, als er auf seinen Kommandant zuschritt. "Baltazar!" Er lächelte. "Setzen wir uns doch." Der angesprochene nickte und folgte seinem König in den angrenzenden Raum. Hephaisto trug seidenes Gewand, wenn er in seinen Privaträumen war. Sie setzten sich an eine lange Tafel aus dunklem Holz. "Also Baltazar... du sagtest, es sei dringend?" Der König wandte seine Augen dem Kommandant zu und lehnte sich zurück. "Fang mit dem wichtigsten an."
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Re: Story Destiny

Post by Soulsisters on Thu Nov 05, 2015 9:19 am

von Namnam:

Jareesi flog gern mit Galdeár durch die Nacht. Ihr Ältester strahlte Ruhe und Gelassenheit aus. Er gab ihr immer wieder das Gefühl, dass es aus jeder Situation eine Ausweg gab. Es war, als übertrage sich sein Frieden auf sie und Jareesi wusste, dass er dadurch unbewusst, vielen ärgerlichen Rakja und Menschen sehr oft den Kopf aus der Schlinge gezogen hatte. Eine Zeit lang flogen sie schweigend nebeneinander her und genossen den Augenblick der unendlichen Weite und Freiheit.
Luftströme schmiegten sich ihre Körper entlang um innerhalb von Sekunden hinter ihnen zu verschwinden.

Galdeár beobachtete seine Mutter aus den Augenwinkeln und warf sich dann auf der anderen Seite in die Tiefe. "Lass uns eine Runde Schwimmen gehen!" rief er ihr in Gedanken zu und schmiegte seine Schwingen an sich - er wurde schneller und stürzte mit einem begeisterten Jauchzen dem Erdboden entgegen.
Er bemerkte mit Belustigung, dass Jareesi ihm folgte. Weniger übermütig, aber pfeilschnell.
Die Wachen hatten sofort reagiert und einen Kreis um sie gezogen.

Der Prinz bremste erst ganz dicht vor dem großen See ab, breitete seine Schwingen gegen den Sog aus und ließ sich gemächlich ins Wasser gleiten.
Seine Mutter landete nur wenige Sekunden danach im kühlen Nass. Mit einem wohligen Grollen tauchte sie in die Fluten und schloss die Augen.

Den scharfen Augen der Rakja Krieger entging keine Bewegung, kein Laut stahl sich an ihren Ohren vorbei - ein weiterer Grund in Ruhe das Wasser zu genießen.

Spät in der Nacht kehrten die Mitglieder der Königsfamilie in den Palast zurück.
Jareesi beschloss heute nicht mehr mit Hephaisto zu streiten - ihr Gemahl hatte vermutlich ganz andere Sorgen im Kopf und sie würde den Groll überschlafen. Oder es jedenfalls versuchen!
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